Was für ein Start in das Social Media Jahr 2012! Die Facebook Page der ING-DiBa ist seit einigen Tagen einem regelrechten Shitstorm ausgesetzt, welcher der Bankenbranche bisher ungeahntes Potential in der Welt der sozialen Netzwerke auftut.
Grund des Massenansturms auf die Facebook Page der Direktbank ist der neue Fernsehspot mit unser aller Liebslingsbasketball-Export Dirk Nowitzki. Die Handlung des 46-sekündigen Shitstorm-Auslösers ist kompakt und sollte eigentlich positive Emotionen beim Empfänger hervorrufen. Der deutsche Sympathieträger kehrt in seine Heimat zurück und bekommt von seiner ihm altbekannten Metzgerin eine Scheibe Wurst gereicht. Was ihre Tat und die Worte „Damit du groß und stark wirst“ nach sich ziehen würden, hätten weder die Metzgerin noch die Social Media Manager der ING-DiBa je zu träumen gewagt.
Im 5-Minuten-Takt trudeln Facebook-Posts von empörten Vegetariern und Veganern, aber auch von dessen Gegnern, ein. Eine heftige Diskussion zwischen Befürwortern und Opponenten ist entfacht und wirkt zurzeit unaufhaltbar. Beiträge, die wirklich das Thema Bank betreffen, gehen völlig unter. Interessante Themen scheinen nur mehr die Diskriminierung von Nicht-Fleisch-Essern, die Geringschätzung von Tieren, sowie die Verteidigung und Belustigung der Fleisch-Essern zu sein.
Hier ein Ausschnitt der Facebook-Wall der ING-DiBa:
“Wer das Problem dieses unsäglichen Spots nur auf die Scheibe Wurst reduziert, hat m.E. nichts verstanden vom Lauf dieser Welt. Ich erwarte dieses Verständnis weder von einer Bank, noch von Werbeleuten in ihren Jobs. Aber wenn man nach Hause geht, sollte man doch sein Herz öffnen, in seinen natürlichen Zustand gehen – und Mensch bleiben. Und dazu gehört Empathie mit den schwächeren Lebewesen auf unserem Planeten.”
“Wenn wir schon dabei sind:
Die Kaffeebohnen aus dem anderen Spot waren bestimmt nicht Fairtrade! Auf sie mit Gebrüll…”
“..ich esse grade mein FLEISCHwurstbrötchen, während ich diese “Diskussion” hier amüsiert betrachte^^
“
Die ING-DiBa hält sich weise oder doch feige (?) zurück. Die einzige Reaktion zur aktuellen Situation auf der eigenen Facebook Page ist eine kurze Stellungnahme und ein Appell an die Netiquette der Diskussionsteilnehmer. Auf einzelne Beiträge wird weder reagiert, noch wird die Diskussion moderiert. Auch über das Verhalten der Bank scheiden sich die Geister.
Einige selbsternannte Experten meinen, dass die ING-DiBa die Moderation übernehmen müsste, um die Masse im Zaum zu halten. Andere Social Media Manager sind sich sicher, dass eine zurückhaltende Stellungnahme die einzige Möglichkeit ist, sich gut aus der Affäre zu ziehen. Manche legen sogar noch ein Häufchen drauf und halten das Verhalten der ING-DiBa für ausgesprochen schlau. Der aktuelle Shitstorm bringt der Direktbank schließlich ordentlich Traffic und virale Werbeeffekte. Was denken Sie?

