Teil 1: Die Bedeutung von Social Recruiting für Unternehmen

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In der Einleitung zu unserer Social Recruiting Reihe wurden bereits die Basics (Definition und Entwicklung) behandelt. Heute widmen wir uns den gesellschaftlichen Veränderungen, die Social Recruiting für die Personalbeschaffung notwendig gemacht haben.

In den letzten Jahren hat sich der Personalbereich grundlegend verändert. Mittlerweile reicht es nicht mehr aus, eine Anzeige in einer Zeitung aufzugeben oder einen Aushang an einem schwarzen Brett zu tätigen und auf passende Bewerber zu warten. Eine Befragung des Institute for Competitive Recruiting im Jahr 2013 von über 10.000 Personalverantwortlichen aus Deutschland aus unterschiedlichen Branchen ergab, dass über 90% der Unternehmen mehr oder weniger große Schwierigkeiten haben, ihre offenen Stellen zu besetzen. Gründe dafür gibt es mehrere:

Demographischer Wandel
Der demographische Wandel, also die zunehmende Alterung der Bevölkerung, stellt zusammen mit den damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt den Personalbereich vor große Probleme. Besonders Fachkräfte, beispielsweise in der IT-Branche, sind bereits Mangelware. Für die Entwicklung des demographischen Wandels gibt es unterschiedliche Szenarien. Ein Hauptszenario der Statistik Austria besagt, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich bis 2020 noch leicht ansteigt, während im Jahr 2030 um mehr als 100.000 weniger Erwerbstätige zur Verfügung stehen werden als noch im Jahr 2020. Für viele Unternehmen bedeutet das einen Kampf um geeignete Fachkräfte. Arbeitgeber müssen aus diesem Grund attraktiver wirken, um potentielle Arbeitnehmer anzulocken.

Durchdringung des Web 2.0
Eine weitere Ursache für den Wandel in der Personalbranche ist die Durchdringung des Web 2.0. Mit dem Aufkommen von digitalen Kommunikationsformen wurde es für die Nutzer relativ einfach, selbst Informationen im Internet zu verbreiten. Mittlerweile wird den Meinungen von Usern, beispielsweise auf Bewertungsplattformen, viel mehr vertraut als dem Unternehmen selbst.

Sowohl für Unternehmen, als auch für Konsumenten wurde das Web 2.0 zu einem alltäglichen Wegbegleiter. Aktuell nutzen ca. 3,4 Millionen Österreicher das soziale Netzwerk Facebook und in etwa 125.000 die Microblogging-Plattform Twitter.

Für den Personalbereich macht diese Entwicklung ebenfalls einen verstärkten Einsatz von digitalen Medien notwendig. Denn um die richtigen Bewerber zu erhalten, müssen diese dort abgeholt werden, wo sie sich in der Regel aufhalten.

Generation Y – Digital Natives
Der Einfluss der Generation Y, auch Digital Natives genannt, spielt im Personalbereich zukünftig eine große Rolle. Digital Natives sind mit digitalen Technologien wie Computer, Internet oder Mobiltelefonen aufgewachsen und weisen daher einen äußerst vertrauten Umgang damit auf. Sie unterscheiden sich durch ihre Denkweise und ihre Verhaltensmuster gänzlich von anderen Generationen. Die virtuelle Welt, allen voran soziale Netzwerke und Blogs, wird von ihnen als eine Selbstverständlichkeit angesehen. Demnach hat sich das Sozial- und Kommunikationsverhalten der Generation Y beträchtlich verändert. Geräte wie Laptops oder Smartphones bekommen dadurch einen sehr hohen Stellenwert im Leben, ebenso moderne Kommunikationsformen wie Facebook oder Twitter. Wer Digital Natives erreichen möchte, muss mit ihnen auf einer Ebene kommunizieren und ihre Denkweise und ihre Anforderungen an einen Arbeitgeber berücksichtigen.

Weitere Gründe für den Wandel der Personalbranche
Neben den bereits genannten Punkten gibt es noch mehrere Ursachen für den Umschwung im Personalbereich. Oft wird als ein Grund für den Fachkräftemangel die überdurchschnittliche Attraktivität der Finanzbranche genannt. Im Finanzsektor werden viele Bewerber mit Qualifikationen des sogenannten „MINT“ Bereiches (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gesucht. Daraus entsteht eine Verknappung dieser Qualifikationen in anderen Wirtschaftsbereichen.

Durch die Durchdringung des Web 2.0 entstand eine erhöhte Transparenz von Informationen. Unternehmen sollten bedenken, dass sich potentielle Arbeitnehmer durch wenige Klicks ein Bild vom Unternehmen machen und eine Meinung bilden können. Auf Grund der gestiegenen Verbreitung von Karriereplattformen ist es den Bewerbern möglich, innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von offenen Stellenangeboten einzusehen und miteinander zu vergleichen. Mittlerweile ist es auch keine Seltenheit mehr, dass Bewerber oder feste Mitarbeiter Stellenangebote bekommen und somit von anderen Unternehmen abgeworben werden.  

Der Personalbereich steht vor großen Herausforderungen, weshalb Social Recruiting ein fester Bestandteil bei der Personalbeschaffung sein sollte.

Im 2. Teil unserer Social Recruiting Reihe werden wir uns mit den Möglichkeiten und Vorteilen der Personalbeschaffung über das Web 2.0 beschäftigen. Seit gespannt!
Lisa Stadler

Lisa Stadler

Hat „Marketing & E-Business“ an der FH Steyr studiert und beschäftigt sich vor allem mit dem Thema Social Media, Branding und Social Recruiting.

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Am 3. Februar 2015
von
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