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Was uns Google über die US Präsidentenwahl 2012 verrät…

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Politische Umfragen, Befragungen, Spekulationen – dafür ist die USA in ihren Wahljahren bekannt. Seit Jahrzehnten versuchen Meinungsforscher die bevölkerungsstatistische Aufstellung der Wählerschaft zu bestimmen und so das Ergebnis der Präsidentenwahl vorherszusehen. Seit neuestem wird dazu auch Google als Untersuchungsmethode in Anspruch genommen. Aber was und in welchem Ausmaß kann uns Google wirklich über das Ergebnis der diesjährigen US Präsidentenwahl verraten?

Verzerrung durch klassische Umfragen
Das größte Problem bei klassischen Umfragen ist die Verzerrung durch unwahre Antworten der Befragten. So wie bei jeder Befragung, die nicht anonym durchgeführt wird, tendieren Menschen auch bei Wählererhebungen zur Unehrlichkeit. So bleiben im Schnitt 2/3 von allen befragten US-Amerikanern, die angeben zur Wahl zu gehen, den Wahllokalen fern.

Google’s Vorteil bei der Prognose des neuen Präsidenten
Google kann im Vergleich zu klassichen politischen Umfragen akkuratere Ergebnisse liefern. Menschen fühlen sich unbeobachtet und anonym, wenn sie eine Suchabfrage auf Google durchführen. Durch Analysen von diesen Google-Suchanfragen können ehrlichere Daten abgeleitet werden, die uns eventuell authentischere Prognosen für die Wahl 2012 liefern.

Swing States und Präsidentenwitze
Man glaubt es kaum, jedoch hat die Analyse des Keyworts „Obama jokes“ kurz vor der Präsidentenwahl 2008 Aufschlussreiches verraten. Die Anzahl der Suchanfragen von „Obama jokes“ auf Google entsprach damals ziemlich genau dem Stimmenanteil von Obamas Kontrahenten John McCain. Dieses Jahr sind „Romney jokes“ beliebte Google-Abfragen in den Swing States (Bundesstaaten, die die Wahl entscheiden) Iowa und Ohio. Könnte uns dies etwas über das Wahlergebnis vorhersagen

Was für Barack Obama spricht…
Wirtschaftswissenschaftler Seth Stephens-Davidowitz meint, durch Google-Analysen feststellen zu können, dass die Wahlbeteiligung der afroamerikanischen Bevölkerung 2012 bei circa 12 % liegen wird. Er bezeichnet dies als „gutes Zeichen für Mr. Obama“. Zudem meint der Harvard-Wissenschaftler, dass entgegen der Hoffnungen vieler Republikaner, Obama-Befürworter den Wahllokalen nicht aus Enttäuschung (über die nicht erreichten Ziele in der 1. Amtsperiode) fernbleiben werden.

Was für Mitt Romney spricht…
Weiters meint Stephens-Davidowitz, dass in den Regionen um Idaho Falls und Salt Lake City verstärkt nach Suchbegriffen wie “how to vote” uä gegoogelt wird. Dies sei ein Zeichen für erhöhte Wahlbeteiligung. In Staaten mit hohem Mormonen-Anteil wie Idaho, Utah, vor allem aber in den Swing States Nevada und Colorado könnte dies ein Vorteil für Mitt Romney sein.

Politische Prognosen oder einfach nur Infotainment?
Egal ob man nun den Ergebnissen der Google-Analysen vertraut oder nicht, sie haben zumindest einen hohen Unterhaltungswert. Denn neben allen seriösen Suchanfragen, werden auch völlig belanglose Suchbegriffe gegoogelt. So suchen beispielsweise 5.000 User monatlich nach „Romney Unterwäsche“. „Paul Ryan shirtless“ wird wesentlich öfter gesucht als „Paul Ryan budget“ – obwohl seine Finanzpläne eigentlich interessanter sein sollten. Ich bin gespannt, was euer nächster Suchbegriff sein wird ;)
Dominik Fürtbauer

Dominik Fürtbauer

Beschäftigt sich mit dem Thema Social Media Marketing und ist Experte für digitalen Markenaufbau in Social Media Kanälen. Als zertifizierter Social Media Manager verhilft er Unternehmen bei der Strategieentwicklung sowie der Umsetzung von Social Media Kampagnen. In seinen Vorträgen spricht er über den Wandel der Gesellschaft und dem Konsumverhalten der jungen Generation im Internet und warum Unternehmen künftig nicht auf Social Media Marketing verzichten können.

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Am 6. November 2012
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