Der verwöhnte Mensch im Teufelskreis der Technik?

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Formschön, funktionell, praktikabel und preiswert, zeitsparend, multifunktional, universell einsetzbar, effektiv und bezahlbar – Schlagworte, die im Vokabular im Buhlen um Kunden kaum mehr wegzudenken sind. Dabei sind es nicht die Unternehmen, die sich all diese tollen Eigenschaften ausdenken. Der Einzug der „eierlegenden Wollmilchsau“ im Bereich technischer Innovationen ist vielmehr dem Wunschdenken und dem Bedarf ihrer Kunden und Interessenten geschuldet. Die wohl revolutionärste technische Erfindung unserer Zeit ist das mobile Internet, welches wir mit immer raffinierter ausgestatteten Smartphones und dazugehörigen Apps täglich nutzen.

Das Smartphone ist es, dass mit all seinen Möglichkeiten und vielfältigen Apps dabei hilft, unseren Alltag im privaten und beruflichen Bereich wesentlich effektiver zu gestalten. Wir haben es überall dabei und dank des mobilen Internets auch jederzeit online. Wir sind also nicht nur für Freunde, Kollegen und Familien fast jederzeit ansprechbar, sondern auch für moderne Werbebotschaften oder für zahlreiche kleiner Helfer, Smartphones wissen, wo wir einkaufen sollten, sie kennen unseren Weg. Spezielle Apps verwalten unseren Tagesablauf, unterstützen uns bei der Gesunderhaltung, stellen Fitnessprogramme für uns zusammen, geben Tipps zur Ernährung und kennen sogar den Standort des nächsten stillen Örtchens. Das Smartphone hilft uns alle Termine zu optimieren, weiß, wo wir uns gerade befinden und erleichtert uns in vielen anderen Dingen den Alltag. Kochrezepte, Liebestipps, tägliche News und selbst die optimale Zeit für’s Zähneputzen verrät es uns auf Knopfdruck. Es ist virtueller Freund, Wochenplaner, Kommunikationsmittel und Entertainer in einem.

Wir alle haben nur ein Leben und die Entwicklung der Technik, gerade auch im Bereich der Kommunikation, die sich auf das gesellschaftliche und persönliche Miteinander auswirkt, hat viel an der Art und Weise, wie wir es für uns gestalten, verändert. Dem persönlichen Gespräch bei einem Glas Wein ist der abendliche Chat in einer Community aus Freunden gewichen. Wir müssen nicht mehr reisen, um weltweit Menschen zu treffen und wir müssen nicht mehr beieinander sitzen, um über wichtige und private Dinge zu reden.

Technik killt keine Beziehungen, aber sie verändert die Art und Weise, wie wir sie führen

Was haben eigentlich neueste technische Innovationen und der beispielsweise in Deutschland beobachtete Geburtenrückgang gemeinsam? Sicher spielen bei der Entscheidung für ein gemeinsames Kind auch jeweilige familienpolitische Grundlagen in den einzelnen Staaten eine wichtige Rolle, aber seien wir doch einmal ehrlich:

Statistisch betrachtet kann man jede achte Beziehung im deutschsprachigen Raum als Fernbeziehung bezeichnen und die Tendenz dabei als steigend betrachten. Was dem Einen noch als unvorstellbar erscheint, ist für junge und vor allem gut qualifizierte Menschen ganz normaler Alltag geworden. Sie planen und leben ihr Leben nach ganz anderen Vorstellungen und setzen dabei Prioritäten, die zunächst einmal egoistisch erscheinen. Aber auch sie folgen dabei nur einem Trend, der die weitreichenden Veränderungen im gesellschaftlichen Leben auf ganz persönlicher Ebene deutlich macht. Die kurzen Wege der Kommunikation und die damit verbundenen Möglichkeiten, wie der Austausch von Bildern in Bruchteilen einer Sekunde, das Senden von LiveVideos während einer Chatunterhaltung, sowie die ständige Verfügbarkeit von Familie, Freunden und Kollegen in sozialen Netzwerken lassen uns große Entfernungen vergessen.

Das Internet und die damit verknüpften technischen Möglichkeiten verbinden Menschen nicht nur räumlich, sondern vermitteln uns eine Art emotionaler Nähe, die körperlich zwar nicht tatsächlich vorhanden ist, aber trotzdem dazu führt, dass Beziehungen wachsen und sich festigen. Somit werden wir in die Lage versetzt längere Trennungen und Distanzen um ein vielfaches besser zu meistern, als zu Zeiten, in denen es lediglich das Telefon oder die Briefpost gab.

Zum ersten Mal haben wir die Möglichkeit unsere Selbstverwirklichung und unser vertrautes Umfeld miteinander so zu verknüpfen, dass wir dabei auf die imaginäre Anwesenheit unserer Freunde, Eltern oder Beziehungspartners auch dann nicht verzichten müssen, wenn sie sich am anderen Ende der Welt befinden. Dies führt natürlich dazu, dass sich Beziehungen auf virtueller Ebene als eine Art Fernbeziehung einfacher führen lassen, als noch vor 10 Jahren. Dabei verzichten wir nicht auf Familie, sondern leben unsere Beziehung einfach nur anders, in dem das körperliche Miteinander eine untergeordnete Rolle spielt.

Dominik Fürtbauer

Dominik Fürtbauer

Beschäftigt sich mit dem Thema Social Media Marketing und ist Experte für digitalen Markenaufbau in Social Media Kanälen. Als zertifizierter Social Media Manager verhilft er Unternehmen bei der Strategieentwicklung sowie der Umsetzung von Social Media Kampagnen. In seinen Vorträgen spricht er über den Wandel der Gesellschaft und dem Konsumverhalten der jungen Generation im Internet und warum Unternehmen künftig nicht auf Social Media Marketing verzichten können.

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Am 29. April 2015
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