Aufstände 2.0 – BlackBerry wird London zum Verhängnis

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Nach der 4. Krawall-Nacht in London und weiteren britischen Großstädten, wird immer deutlicher, dass die Aufstände mit Hilfe von neuen Technologien angezettelt und organisiert wurden. Für so manchen vielleicht überraschend, sind nicht Facebook und Twitter die vorherrschenden Medien der Kommunikation zwischen den Rebellen, sondern der Messaging Dienst von BlackBerry, kurz BBM.

Anders als bei den Protesten in Ägypten und Tunesien, bei welchen vor allem Facebook, Twitter, YouTube und Blogs als Kommunikationsmedien galten, bevorzugen die britischen Aufständischen offensichtlich den BlackBerry Messenger. Laut einer kürzlich durchgeführten Ofcom-Studie besitzen über 30 % der Jugendlichen in Großbritannien ein BlackBerry Smartphone. Der beliebte BBM-Dienst ist kostenlos und bietet die Möglichkeit, Nachrichten an eine große Anzahl an Empfängern zu schicken. Vor allem aber sind die Nachrichten verschlüsselt, was aus Sicht der Rebellen den eindeutigen Vorteil gegenüber anderen sozialen Netzwerken bietet.

Research in Motion, das Unternehmen das hinter BlackBerry steht, hat jedoch bereits angekündigt, dass sie die britischen Behörden mit allen möglichen Mitteln unterstützen werden. Wie genau diese Hilfe aussehen wird, wurde nicht preisgegeben. Man darf also vermuten, dass die versprochene Privatsphäre der BBM-User womöglich nicht so anonym bleiben wird, wie bisher angenommen bzw. erhofft.

Zusätzlich plant eine Gruppe namens „London Riots Facial Recognition“ mithilfe von Gesichtserkennungstechnologien die Aufständischen der Krawalle in London auf online Fotos zu identifizieren. Obwohl die Gruppe sehr darauf bedacht scheint, ethisch und rechtlich korrekt zu arbeiten, geschieht genau dies meiner Ansicht nach nicht. Zwar basiert die Idee der LRFR auf ehrenhaften Absichten, jedoch zieht ihr Verhalten eine Vielzahl an Rechtsverletzungen mit sich. Außerdem gibt es keine Garantie, dass die Menschen, die auf den Fotos abgebildet sind auch wirklich an den Aufständen beteiligt waren. Gibt es schließlich auch jene, die sich eventuell auf dem Heimweg befanden und unglücklicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Das online Magazin TechCrunch bezeichnet die LRFC als moderne Bürgerwehr, die anstatt von Fackeln mit APIs und Algorithmen kämpft.

Was halten Sie von der Methode, mit der versucht wird, die Aufständischen von London zu identifizieren?
Dominik Fürtbauer

Dominik Fürtbauer

Beschäftigt sich mit dem Thema Social Media Marketing und ist Experte für digitalen Markenaufbau in Social Media Kanälen. Als zertifizierter Social Media Manager verhilft er Unternehmen bei der Strategieentwicklung sowie der Umsetzung von Social Media Kampagnen. In seinen Vorträgen spricht er über den Wandel der Gesellschaft und dem Konsumverhalten der jungen Generation im Internet und warum Unternehmen künftig nicht auf Social Media Marketing verzichten können.

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Am 18. August 2011
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